Tami und Leander (Herbst)

Als ich im August 2009 auf der Finca Barock-Homepage gelandet bin, war ich mir gar nicht sicher, ob ich wirklich jetzt schon bereit für ein neues Pferdchen war. Denn einen Monat zuvor musste meine geliebte Schimmelstute Lady eingeschläfert werden, da sie auf der Koppel von einem anderen Pferd so schlimm getreten wurde, dass nichts mehr zu retten war.

Zu dieser Zeit war ich auf einer 5-wöchigen Reise in Amerika. Ich wusste nicht, wie es zu Hause weiter gehen sollte, wenn ich von Amerika zurück komme, wo man es doch gewohnt war,jeden Tag zu seinem geliebten Schatz zu fahren und sich um diesen zu kümmern. Ich wusste wirklich nicht, was das Beste für mich sein sollte.

Da schaute ich mich einfach aus Langeweile und um mich etwas abzulenken auf Barockpinto.com um. Als ich dann die Bilder von Herbst(Ronaldo)-heute Leander ;) sah, wusste ich, dass das eins der Pferde sein würde, die mir helfen konnten, meine Trauer von Lady zu überwinden. Dieser treue Blick und diese sanftmütigen auch neugierigen Augen- sie gaben mir das Gefühl, dass ich mit diesem Pferd glücklich werden sollte.

Als ich dann endlich wieder von meinem Urlaub nach Hause kam und ich allem erst mal zwei Wochen Ruhe gab, entschied ich mich dafür, dem Finca Barock-Team einfach mal eine E-mail zu schreiben, einfach um zu wissen, was es denn für ein Pferd war und ob er noch zu verkaufen sei. Damit ich einen Vergleich hatte, wählte ich auch noch 4 andere Pferde(alles Spanier) zum Probieren aus. Im Hintergedanken wusste ich aber eigentlich schon, dass es dieser schwarze Wallach sein würde, wenn ich denn doch tatsächlich mit ihm zurecht kommen würde.

Meine Mutter meinte, es wäre doch etwas voreilig, jetzt schon nach einem neuen Pferd zu suchen, aber ich hoffte zu wissen, was für mich das Beste sein würde. Also vereinbarten wir einen Termin zum Probereiten. Das erste mal, als wir nach Montabaur fuhren, war Leander leider auf einem Tagesritt und ich konnte ihn erstmal nicht Probereiten L Dafür probierte ich 2 Spanier, die ich eigentlich auch ganz angenehm fand, aber es war einfach nicht das, wonach ich suchte.

Eine Woche später fuhren wir noch mal nach Montabaur und diesmal konnte ich auch den „kleinen“ Wallach Probe reiten. Auch wenn er nicht ganz so sensibel und angenehm zu reiten war, wie die Spanier wusste ich: DAS ist das Pferd, was mir helfen wird, meine Trauer von Lady zu überwinden. Ich wusste auch, dass da noch viel Arbeite reingesteckt werden musste, da er ja auch erst 6 war, aber ich war bereit dafür.

Damit ich dieses mal keinen Fehler machen wollte, wie bei meinem ersten Pferd, legte ich einen Termin für die Ankaufsuntersuchung in der Klinik Burg Müggenhausen fest.
Leider erst 3 Wochen später konnten wir Leander abholen und machten uns auf den Weg zur Klinik.

Dort angekommen führte sich der Wallach wie ein Hengst auf und ich war überrascht, was alles in dem „Kleinen“ drin steckte ;) Als der Tierarzt dann die Beugeprobe machen wollte, Leander aber so genervt von den Fliegen war, hüpfte er auf 3 Beinen hin und her und sprang mir erst mal auf den Fuß! Ich hatte natürlich nur Turnschuhe an und eine Helferin musste mir erst mal einen Kühlaukku besorgen  :P

Ich nahm das gelassen und sagte:“ Das ist doch ein guter Anfang!“ Nach 2 Stunden hatten wir alles gut überstanden und wir traten die Heimreise an.

Im neuen Stall angekommen, bekam Leander erst mal was Gutes zu futtern und auch wenn er erst mal alleine im Stall stand, da die anderen auf der Koppel waren, benahm er sich sehr ruhig und unauffällig. Auf diesem Hof stehen die Pferde in Gruppen auf Paddocks/ Koppel und erst mal mussten wir die Pferde aneinander gewöhnen, was aber auch reibungslos verlief.

Natürlich musste Leander auch mal zeigen, was in ihm steckte und versuchte einen höheren Rang zu erreichen, was nicht immer so ganz funktionierte und was man später an ein paar kleinen Bissspuren sehen konnte. Naja, wer viel austeilt, muss auch mal was einstecken ;)

Als ich dann das erste Mal mit ihm in der Halle war, hatte dieses Pferdchen soviel Power, dass ich erst mal absteigen musste und ihn laufen gelassen hab. Da hat er sich dann mal richtig ausgetobt und gezeigt, wie hoch er buckeln kann.

Ich arbeite jetzt täglich mit ihm, denn so ein Powerpaket kann man nicht grad einfach mal einen Tag so stehen lassen  :P Anfangs habe ich sehr viel Vorwärts- abwärts mit ihm gearbeitet, damit er erst einmal Rückenmuskulatur aufbaut und jetzt hat er wirklich schon große Fortschritte gemacht.

Er ist sehr viel weicher im Maul geworden und arbeitet auch meistens schön mit. Manchmal diskutiert er aber auch mal gerne und versucht seinen Kopf durch zusetzen  :P Mit Hilfe einer guten Lehrerin(guten Bekannten) macht es mir jeden Tag aufs neue Spaß mit dem „Kleinen“ zu arbeiten, auch wenn er mir des Öfteren schon die Nerven geraubt hat ;)

Mit Bodenarbeit haben wir auch schon begonnen und ich versuche ihm sogar den Spanischen Schritt beizubringen, wo er wirklich schon versucht sein Bestes zu geben- ich weis, auch wenn es kein Spanier ist- sogar einem Oldenburger Pferdchen kann man so was beibringen- zumindest kann man es versuchen J

Ich muss auch sagen, dass er mir auch vieles beibringt, da ich nie zuvor mit einem jungen Pferd gearbeitet habe und so neue Erfahrungen sammele.

Im Gelände ist er ein sehr braves und zuverlässiges Pferd, auch wenn er einem mal zeigen möchte, wie schnell er doch sein kann.

Vielleicht werden wir es dieses Jahr mal mit ein paar kleineren Turnieren in der E-Liga versuchen- ich weis ja, dass in ihm noch mehr drin steckt, aber erst mal schön langsam anfangen J

Aber ich bin froh, dass ich damals die richtige Entscheidung getroffen habe, und spüre, dass es mir sehr geholfen hat! Ich liebe dieses Pferd, genau wie mein erstes und freue mich auf jeden neuen Tag, den ich mit meinem Kleinen aufs Neue genießen kann.

Vielen Dank noch mal Alex, für den netten Kontakt und dass du mir geholfen hast, das „Passende“ zu finden J

Ganz liebe Grüße

Tami

 

 

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